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Gedankensplitter ...
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Nach Ostern vor Ostern?

Pünktlichkeit ist keine meiner Stärken. Dass sich der Osterstrauß gehalten hat liegt aber daran, dass wir die Feste feiern wie sie fallen - und nicht mit Supermärkten. Mitte Januar stand ich mit heißem Hunger zwischen den Regalen und sah die Silberfolien blitzen. Gefühlte Unterzuckerung, schon ließ mich pure Gier auf billig nachgeworfne Weihnachtsrestbestände hoffen, ich stand davor - doch irgendwas war falsch. Ich brauchte wirklich mehrere Sekunden, bis ich begriff: das waren Schokoladenosterhasen. Im Januar! Irgendwann ist alles eine Soße. Sehr fließbandfreundlich, das ganze Jahr der selbe Schnee. Wo doch der echte ohnehin nicht mehr recht fallen will. Die Christbaumkugeln werden eierförmig, und Osterhasen im Weihnachtsmannkostüm hab ich im letzten Jahr bereits gesichtet. Und diese meine Leier wiederholt sich auch ein jedes Jahr - vielleicht ist ja nach Ostern wirklich nur noch vor Ostern?
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veilchen

weißt gestern noch, als das geweb des himmels dir voller sterne wie ein spinnennetz im tau erinnerst dich, wie über nacht die wiese von abertausend veilchen übergossen blau
ausgestanzt und in ein rechteck umverpflanzt
in welch beengt gefäß dein leben dich auch zwängt ach, wachse in geduld nur noch ein weilchen hast bald auch du das starre rechteck dir gesprengt wie über nacht die wiese voller veilchen
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weihnacht
zwischen funkelnden sternen schimmert silbrig der mond wo schon immer der mann mit dem mondgesicht wohnt der versonnen besungen noch im traum uns geklungen la-le-lu, nur der mann im mond schaut zu...
an der wahrheit zerreißt diese stille idylle wächst erkenntnis des grauens in hülle und fülle
ach wie weihnachtlich glänzet die adventliche welt und wie je wird vor weihnacht ein bäumchen gefällt an den lichtern der kerzen wärmen sich unsre herzen süßer die glocken nie klingen...
doch die wahrheit zerreißt diese warme idylle denn da draußen die welt ist ein schrei in der stille
und vom sternengefunkel kriecht kälte herab weht die weihrauchvernebelte weihnacht ins grab so sind schmerzen und trost ineinander verwunden seit geschundene seelen die weihnacht gefunden
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fettnapf-ode
ein fettnapf hier, ein fettnapf da und zwischendurch schnell ein fauxpas das ist, zu hadern ganz vergebens der rote faden seines lebens er kann sich drehen, kann sich winden der nächste fettnapf wird ihn finden
minenfelder aus fauxpas sind sein fettnapf-reservoir und so manches lebensglück wird ihm bald zum stolperstrick
sobald er über jemand lachte war der, des er sich lustig machte wie in der mär von has' und igel schon lang, da geb ich brief und siegel dicht hinter ihm, und gar nicht heiter doch er, er lästert munter weiter
minenfelder aus fauxpas...
da kann er reden oder schweigen ein jedes wort wird sich so neigen das es ihm zum fauxpas gerät zum fettnapf kommt er nie zu spät ja, selbst das noch nicht mal gedachte ihm seinen nächsten fettnapf brachte
minenfelder aus fauxpas...
(Es gibt Tage, an denen kann man tun und lassen, reden oder schweigen, immer ists verkehrt, nämlich ins Gegenteil...)
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unbeschriebnes blatt
unbeschriebnes blatt, du neue seite meines lebens, die mir anvertraut die mich immer wieder ruft, beschreite neuland, bis ein neuer morgen graut
unbeschriebnes blatt, das du mein leben füllst, da du mich leere füllen heißt wo sich traum und wirklichkeit verweben wo das glück mir neue wunden reißt
unbeschriebnes blatt, du helle seite weiß und unberührt wie neuer schnee laufe wilden schritts in deine weite atemlos rund um den tränensee
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